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Drei Fragezeichen







Die liebe Arbeit, oder: Overload

Hallöchen!

Diese Woche war mal wieder sehr anstrengend. Von Montag bis Mittwoch hatte ich Fortbildung (jeweils von 9-16 Uhr). Das Angenehme war, dass ich so von Sonntag bis Dienstag keinen Unterricht vorbereiten musste, aber die Fortbildung war sehr intensiv, so dass es doch ziemlich geschlaucht hat. Allerdings hat es sich auch sehr gelohnt, wie ich finde.

Es ging um das Konzept des "Kooperativen Lernens" und das Seminar (das ganz auf Englisch stattfand) wurde von Norm und Kathy Green geleitet. Die beiden sind wahnsinnig sympathisch und konnten mich und meine fünf Kollegen, die ebenfalls teilgenommen haben, richtig begeistern. Sogar so sehr, dass ich jetzt gerade hier sitze und wie im Referendariat schnippel, klebe, Bildchen laminiere und ausschneide. Ich hoffe, diese Begeisterung hält bei uns weiter an und trägt zu unserer Motivation bei. Ansonsten gehört zum Lehreralltag ja am ehesten dieses Gefühl hier:



Hinten auf den Karren wird immer mehr draufgepackt und man verliert so langsam den Boden unter den Füßen.

Am Freitag war ich mit meinen Schülern in Köln, was eigentlich ganz lustig war. Leider ging es mir gesundheitlich ziemlich bescheiden, so dass ich den Ausflug nicht so wirklich genießen konnte. Trotzdem...war schön mal wieder in Köln zu sein. Habe auch im Dom extra eine Kerze für meine Oma aufgestellt.

Jetzt muss ich noch ein bisschen vorbereiten und hoffe, dass ich dann auch noch dazu komme, mal wieder etwas an meinen Buchprojekten herumzuwerkeln.

Total übermotivierte Grüße von der
ansonsten reichlich gestressten
Doro
10.3.07 17:17


Necropolis



I walked the Bridge of Sighs
To wander among
Marble figures adrift in autumn mist
And tombstones protruding from damp soil
Like rotten teeth in a giant creature's jaw.

Time has gnawed at the white marble face
Of the rich merchant's wife
Resting forever on a white marble slab.
Hopeful eyes turned heavenward
Will never see the drapes of her dress
Forever hugging immaculate breasts
Blackened by time.

Here on this misty hill over the sleeping city
I cannot help but see
The beauty that lies in decay.
This glimpse of the Sublime
That would have moved Wordsworth and Coleridge
To burst into song.

Yet, when I crossed my own bridge of sighs
Adrift in a mist of incomprehension
Grief on my shoulders
Like a white marble slab
There was no beauty.
Eyes fixed on the ground
Where you will rest forever
As they lower the coffin into damp soil
Showering it with hopeful flowers.
Helpless hugs in black.
Trying to fight all thoughts of decay
Blackening your white marble skin
Time like a giant creature's jaws
Gnawing at your flesh.

I wonder
Does it take a marble monument
For somebody to stop
And marvel
At your eternal beauty
And burst into song?

**********************************

Necropolis is an old cemetery on a hill close to Glasgow Cathedral. The main entrance is approached by a bridge over what was then the Molendinar Burn. The bridge, which was designed by James Hamilton, was completed in 1833. It became known as the "Bridge of Sighs" because it was part of the route of funeral processions (the name is an allusion to the Bridge of Sighs in Venice).
1.3.07 18:10


Sträflich vernachlässigt...

...habe ich dieses Weblog. Aber ich bin auch so gut beschäftigt. Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen, Prüfungsvorschläge, Team Europa, neuerdings noch Koordination der Förderkurse Englisch,...da kommt einiges zusammen.

Außerdem habe ich im Augenblick wie es scheint meine Schreibblockade zumindest teilweise überwunden. Ich komme derzeit ganz gut voran, was meine zwei "Buchprojekte" angeht. Ich scheue mich noch etwas, diesen Begriff zu benutzen, da ich ja nicht weiß, ob daraus tatsächlich mal so etwas wie ein Buch werden wird. Doch es lässt sich momentan ganz gut an. "Sir Cuthbert" hat einen neuen Arbeitstitel erhalten (Vielen Dank an shadow!) und heißt jetzt "Barnabas Bluebottles Reise nach Gestern" und hat mittlerweile 8 Kapitel (von höchstwahrscheinlich 15). Der Rest ist bereits grob vorskizziert. Nachdem ich lange im Kapitel 4 festhing, bin ich jetzt endlich wieder im richtigen Fahrwasser. Nur ist es schwer, neben dem Job noch Zeit dafür zu finden.

Das zweite Projekt, das bisher nur als Idee in meinem Kopf herumspukte und im Prinzip eine Aufarbeitung meiner England-Erfahrungen werden sollte, wurde radikal verändert zu einer Mädchen-Geschichte um ein 15jähriges Mädchen, das einen Schüleraustausch in England macht. Es finden sich durchaus autobiografische Züge, allerdings nur ganz marginal, nicht so, wie ich es zunächst geplant hatte. Arbeitstitel hier: "Herzflimmern und Pommes Frites mit Essig".

Eine dritte Idee, die mir sehr am Herzen liegt und für die ich hin und wieder immer mal Einfälle und Schnipsel notiere, wird wohl bis zur Rente warten müssen, denn ich fürchte, vorher komme ich nicht dazu dieses Machwerk mit dem schönen Arbeitstitel: "Brilliant Creatures - zwei zauberhafte Geschöpfe" zu verfassen. Allerdings muss dieses Buch irgendwann geschrieben werden und wenn es das letzte ist, was ich tue...

Tja...so viel zu meinem literarischen Tun (und Lassen), sollte ich jemals fertig werden, muss sich ja nur noch jemand finden, der bekloppt genug ist, es zu veröffentlichen und jemand, der noch bekloppter ist, der es kaufen würde. *g* Fromme Wünsche. Warten wir es ab.

Heute habe ich immerhin mein "Winterprinzeneisenherz"-Sonett zu einem Lyrikwettbewerb eingeschickt. Viel Hoffnung mache ich mir da zwar nicht, weil die Sonette bestimmt schrecklich spießig finden. Außerdem wissen sie sicher nicht ausreichend zu würdigen, dass es im italienischen Stil und in fünfhebigen Jamben geschrieben ist und außerdem im ersten Quartett zwei Verse mit weiblicher Kadenz zwei mit männlicher (im zweiten Quartett umgekehrt) umarmen. Jawohl! Ich bin toll, oder?
Aber mal im Ernst. Ich glaube, dass ich kaum eine Chance habe. Ich bin eigentlich auch nicht so der Poet, pardon, die Poetin. Nur...wer nicht wagt....

Gänzlich unpoetische Grüße
von der endlich nicht mehr schreibblockierten Doro
1.3.07 18:08


Das letzte Geheimnis

Kelura blieb einen Augenblick stehen, wischte sich den Schweiß von der Stirn und beschattete seine Augen mit der flachen Hand. Drohend stand die Sonne hoch über ihm. Es war, als wolle die rotglühende Scheibe den gesamten Himmel über ihm einnehmen. Sehnsüchtig blickte er auf die lederne Trinkflasche an seinem Gürtel. Nein, er würde jetzt noch nicht trinken. Das Wasser musste noch für den Rückweg reichen. Sein Vater würde stolz auf ihn sein. Eine Woche lange hatte er der Wüste getrotzt, hatte die Aufgaben gelöst und den Stein von Tilagra gefunden. Wenn er ins Dorf zurückkehrte und ihn dem Kilomar überbrachte, war er ein Mann.

Plötzlich ließ ein ohrenbetäubender Lärm Kelura zusammenzucken. Ein Sirren und Pfeifen erfüllte die flirrende Luft und dann sah Kelura auch, was dieses Geräusch verursachte. Etwas schien vor ihm aus dem Himmel zu stürzen und zog einen langen Feuerschweif hinter sich her. Kelura warf sich zu Boden. Warum zürnten die Götter mit ihm? Er hatte doch alle Prüfungen bestanden und den Stein gefunden. Mit einem dumpfen Krachen schlug das Etwas in den Boden ein und wirbelte dichte Wolken roten Sands auf, die mit unglaublicher Geschwindigkeit heranrasten. Der Boden zitterte. Instinktiv schloss Kelura Augen und Mund, zog rasch die Decke aus seinem Bündel hervor und wickelte sich so gut es ging darin ein. Zitternd kauerte er am Boden und hielt die Decke fest um sich gezurrt. Sandstürme gab es hier oft und er hatte gelernt, sie zu fürchten. Als sich die Wolken endlich gelegt hatten, rappelte Kelura sich hoch und schüttelte den Sand von seinem Rücken. In einiger Entfernung konnte er einen tiefen Krater im Sand erkennen, aus dem dichter schwarzer Rauch aufstieg. Hunger, Durst und Erschöpfung schienen plötzlich ebenso vergessen wie sein Stolz über die gewonnene Männlichkeit. Dies war weit größer als die Tilagra-Prüfung: die Götter hatten ein brennendes Zeichen vom Himmel geschickt. Er musste den Ältestenrat davon unterrichten. Kelura zurrte sein Bündel an seinem Gürtel fest und lief so schnell ihn seine Beine tragen konnten zurück zum Dorf.

Sofort hatten sich die Männer aufgemacht, um mit eigenen Augen zu sehen, was Kelura ihnen berichtet hatte. Sie standen am Rande des Kraters und blickten ängstlich in die Tiefe. Am Boden dampfte es immer noch, aber man konnte erkennen, dass dort schwarz verkohlte Bruchstücke des Etwas verstreut lagen, das aus dem Himmel gefallen war. Die jüngeren Männer bauten die Zelte auf, damit sich die Ältesten zurückziehen und beraten konnten, was zu tun sei. Die Lage schien ernst. Die Trockenzeit dauerte in diesem Jahr länger als gewöhnlich und nun hatten die Götter Flammen vom Himmel geworfen. Man musste nachdenken, was den Zorn der Götter erregt hatte. Doch die Ältesten waren ratlos. Sie hatten weder Fleisch verschwendet noch vergessen für die erfolgreiche Jagd zu danken, zu opfern oder der Ahnen zu gedenken. Während sie noch berieten, trat Kelura zu ihnen in den Kreis und bat darum, sprechen zu dürfen.
"Zwischen den schwarzen Brocken am Boden liegt noch etwas", erklärte er atemlos. "Ich habe es gerade entdeckt. Es glänzt wie die Sonne selbst."
Erstaunte und hoffnungsvolle Blicke waren auf Kelura gerichtet. Vielleicht waren die Götter gar nicht zornig, sondern hatten ihnen ein Zeichen gesandt.
Nachdem die Ältesten sich abermals beraten hatten, beschloss man abzuwarten, bis das Feuer verloschen war. Dann sollte ein mutiger Mann in den Krater hinabsteigen um zu bergen, was auch immer dort am Boden lag. Nach abermaliger langer Diskussion war man sich einig, dass Kelura diese Ehre gebührte. Kelura, dem die Götter dieses Zeichen geschickt hatten.

Die Männer hockten im Schatten der Zelte und warteten ungeduldig. Der Kilomar zeichnete mit einem Stock Figuren in den Sand und starrte zu der Stelle hinüber, an der Kelura eben in den Krater hinabgestiegen war. Als Kelura endlich wieder auftauchte, hielt er etwas in den Händen, das im Licht der Sonne zu glühen schien. Als er näher kam, erkannten die Männer, dass es eine große, flache Scheibe war. Kelura brachte sie dem Kilomar, der sie eingehend betrachtete und befühlte und sie dann an die anderen Ratsmitglieder weiterreichte. Ehrfürchtig und neugierig betasteten auch sie die Scheibe. Sie war aus einem Material gefertigt, das sie noch nie gesehen hatten, härter als gebrannte Tonerde und glänzend wie der Rücken einer Naali-Schlange. Die Sonnenstrahlen tanzten darauf wie auf einem See. In die Oberfläche der Scheibe waren fremdartige Symbole eingeritzt. Der Kilomar betrachtete die Zeichen und fuhr mit dem Finger darüber. "Eine Botschaft der Götter", stieß er heiser hervor und verzog die Lippen zu einem Lachen, das seine zwei verbliebenen spitzen, gelblichen Zähne entblößte. Der Kilomar war der älteste unter ihnen und konnte Zwiesprache mit den Geistern der Ahnen halten. Ihm fiel es zu, wichtige Zeichen zu deuten. Er las aus den Eingeweiden der Ngoris, aus dem Zug der Sterne, der Sonne und der Monde am Himmel.

Magister Aruna rieb sich die Augen und las den Brief noch einmal. Konnte es möglich sein? Hatten sie endlich den Schlüssel entdeckt? Er hatte das Gefühl, sein Herz habe soeben für einen kurzen Moment aufgehört zu schlagen. Es ließ sich überhaupt nicht in Worte fassen, welche Bedeutung ihre Entdeckung haben würde.
Die goldene Scheibe des Propheten Kelura! Die Religion, die gesamte Kultur, alles fußte auf der Hoffnung, ihr eines Tages das höchste Geheimnis entlocken zu können. Die Antwort auf die letzte aller Fragen, die Frage nach dem Leben, dem Sinn, dem letzten Grund für alles. Und wenn sein Kollege Recht hatte, dann lag der Schlüssel zu diesem Geheimnis in simpler, nüchterner Physik.

Die Spannung war kaum zu ertragen. Noch immer hatte der Regen nicht eingesetzt und der Kilomar hatte sich in seine Grashütte zurückgezogen und fastete seit zehn Tagen. Am zwölften Tag war die Luft schwer und drückend und die Menschen im Dorf unruhiger denn je, als schließlich entferntes Donnergrollen den kommenden Regen ankündigte. Als die ersten, schweren Tropfen klatschend auf den rissigen Boden fielen, trat der Kilomar vor seine Hütte und hielt die Scheibe hoch über seinen Kopf. Die Geister hatten ihm geholfen, die Botschaft der Götter zu deuten.

Aruna betrachtete erneut die Symbole auf dem vergoldeten Futteral, das die Scheibe enthielt. Schon früh hatten die Gelehrten versucht diese Symbole zu deuten. In der Zeit des ersten Propheten hatte man die Zeichen als eine Darstellung der Schöpfungsgeschichte gedeutet. Der Kreis in der linken oberen Ecke stellte die Sonnenscheibe dar, die den Feuergott Aaru gebar. Damals glaubte man, dass die Sonne eine flache Scheibe sei. Die Darstellung darunter zeigte die Sonnenscheibe von der Seite. Sie ruhte auf dem Felsen Kipoor, der die Scheibe nur auf einer Seite stützte. Als Aaru heranwuchs, wurde er ungestüm und wollte mit seinem Feuerwagen die Sonne umrunden. Als er die andere Seite erreichte, kippte die Scheibe und Aaru stürzte mit seinem Feuerwagen in den Urschlamm. So erschuf Aaru Tag und Nacht. Die Zeichnung in der unteren linken Ecke - ein Punkt von dem sternförmig unterschiedlich lange Strahlen ausgingen - stellte dar, wie der Urschlamm zu allen Seiten spritzte und dabei Berge, Täler, flaches Land und Ozeane entstanden. Diese waren in den gezackten Linien in der rechten oberen Ecke dargestellt. In der Mitte waren zwei Rechtecke zu sehen. In dem einen war die Sonnenscheibe abgebildet, die seit Aarus Sturz nun senkrecht am Himmel hing und in dem anderen war der vom Himmel strömende Regen abgebildet: der Wechsel von Trockenheit und Regenzeit, der entstand, wenn die Sonne sich umdrehte und der Welt ihre Kehrseite zeigte. Darunter waren zwei Kreise abgebildet, die durch eine waagerechte Linie verbunden waren. Der linke Kreis mit dem nach innen gerichteten Strich - als Symbol für die Vagina - zeigte die Frau, der rechte mit dem nach außen gerichteten Strich - einem stilisierten Phallus - den Mann.

"Ein Mann und eine Frau, untrennbar verbunden, so wollen es die Götter", erklärte der Kilomar und warf dem Häuptling Ilgoli einen langen, sehr ernsten Blick zu, der im Kreise seiner fünf Hauptfrauen hockte. "Nur eine Frau", wiederholte der Kilomar eindringlich. In dieser Frage waren sich der Kilomar und der junge Häuptling stets uneins gewesen.
Ilgoli sprang auf. "Kein Wort ist davon wahr!" rief er zornig und schüttelte die Fäuste in einer drohenden Gebärde. "Vierzehn Söhne und acht Töchter habe ich dem Volk geschenkt. Ich frage dich, alter Mann: wer wird Wurzeln und Beeren sammeln und dir Grütze kochen, wenn auch deine letzen Zähne noch ausfallen?"
Ilgoli machte eine ausladende Geste mit den Armen, ließ das Weiß seiner Augen aufblitzen, um seinem Zorn Ausdruck zu verleihen und wandte sich an die übrigen Dörfler, die im Halbkreis um die Hütte des Kilomar hockten. "Wollt ihr in dieser Angelegenheit einem alten Narren folgen, dessen Lenden schon lange vertrocknet sind? Was weiß er schon von Frauen? Aus ihm spricht nichts als der Neid!"
Die Dörfler starrten den Häuptling mit aufgerissenen Mündern an. Schon lange hatte ein Konflikt zwischen dem ungestümen jungen Häuptling und dem weisen Alten geschwelt, doch noch nie zuvor hatte jemand es gewagt, dem Kilomar öffentlich die Stirn zu bieten, auch Ilgoli nicht. Doch nach einer Weile fingen einige der jungen Jäger an zu kichern und scharten sich um Ilgoli.

Aruna öffnete bedächtig die Hülle, entnahm ihr die goldene Scheibe und einen länglichen metallenen Gegenstand und betrachtete beide Gegenstände aufmerksam im Licht seiner Schreibtischlampe. Was mochte passieren, wenn er endlich hinter die wahre Botschaft der Scheibe kam? Schon seit ihrer Entdeckung hatte die Scheibe für Unfrieden gesorgt und immer wieder Fragen aufgeworfen. In jener Zeit war eine Vielzahl religiöser Schriften entstanden, die von der Entstehung der Welt und den Gesetzen der Götter predigten und die Zeichen der Götter auf der goldenen Scheibe des Propheten auf unterschiedlichste Art deuteten. Über die Auslegung der heiligen Zeichen waren kriegerische Auseinandersetzungen entbrannt und auch heute noch führten unterschiedliche Interpretationen der heiligen Schriften zu großen Spannungen.
Es war ein kleines Wunder, dass es Aruna überhaupt gelungen war, eine Genehmigung für sein Forschungsprojekt zu bekommen. Es war ein politisch heißes Eisen, die heilige Schrift mit den profanen Mitteln der Wissenschaft entschlüsseln zu wollen. Viele religiöse Gruppierungen fühlten sich durch das Projekt in ihrer Existenz bedroht und einige davon waren sehr einflussreich.
Der Präsident hatte Aruna auch um äußerste Diskretion und Geheimhaltung gebeten. Bevor es keine gesicherten Ergebnisse gebe, dürfe kein Sterbenswort nach außen dringen.
Aruna kamen Zweifel. Sie schienen endlich das entscheidende Puzzleteil gefunden zu haben. Sein Kollege, Magister Laor, hatte gerade seine Ansicht bestätigt. Wenn die zwei Kreise unten rechts tatsächlich für das Wasserstoffatom standen, wies dies eindeutig auf einen simplen Binärcode hin. Damit ergäbe auch der Rest der Zeichen einen Sinn. Aber was, wenn die Scheibe überhaupt keine göttliche Botschaft enthielt? Würden Götter sich eines Binärcodes bedienen, um mit ihren Geschöpfen zu sprechen? Wenn es ihnen tatsächlich gelänge, der Scheibe ihr Geheimnis zu entlocken, würden sie wirklich die Stimme der Götter vernehmen?
Aruna wischte sich den Schweiß von der Stirn. Sollte es so einfach sein, der Scheibe das letzte aller Geheimnisse abzutrotzen? Fast zweitausend Jahre hatten sie die Antwort in Händen gehalten und sie nicht richtig deuten können.

Laor hatte einige Zeit gebraucht, um Berechnungen anzustellen. Wenn er Recht hatte und der Schlüssel in der Darstellung des Wasserstoffatoms lag, würden sie bald das letzte aller Geheimnisse kennen.
"Auf uns lastet eine große Verantwortung, Aruna", sagte er. "Wir können der Welt neue Hoffnung geben, aber auch all ihre Hoffnungen vernichten."
"Ich weiß", nickte Aruna. "Darüber habe ich auch schon nachgedacht."
"Vielleicht, mein Freund", Laor ließ die Worte bedächtig von seiner Zunge rollen, "sollten wir nicht weitergehen. Wir könnten behaupten, unsere Forschungen seien gescheitert." Er sah Aruna lange an.
"Auch darüber habe ich bereits nachgedacht", sagte Aruna, nahm die längliche Metallkassette aus der Hülle und spannte sie in die Vorrichtung. "Aber nun sind wir zu weit gekommen. Möchtest du nicht endlich eine Antwort erhalten?"
Laor nahm die Scheibe aus Arunas Händen. "Du hast wahrscheinlich Recht. Wir sollten zunächst sehen, ob wir die Botschaft tatsächlich entschlüsseln können."
Er steckte die Scheibe auf einen metallenen Dorn in der Vorrichtung und schob die Kassette über den Rand.
"Wenn wir mit der Theorie vom Hyperfeinstrukturübergang des Wasserstoffs richtig liegen und meine Berechnungen stimmen", sagte er und drehte an einem Knopf, "dann kennen wir die exakte Rotationsgeschwindigkeit, die die Scheibe haben muss, um die Botschaft mit Hilfe der Nadel in der Kassette ablesen zu können."

Eine größere Sensation hätte man sich kaum vorstellen können. Kein spiritueller Führer, kein Religionsgelehrter, nein, ein Kryptologe und ein Physiker würden die letzte aller Wahrheiten aufdecken. Laor und Aruna sahen sich an und wagten kaum zu atmen, als Laor auf ein Kopfnicken Arunas hin den Knopf drückte.
Es knackte und knisterte und dann hörten sie es: Es war eindeutig Sprache. Worte, die sie nicht verstehen konnten, aber es war Sprache. Es würde lange Zeit und ein Team der fähigsten Sprachwissenschaftler brauchen, um diese Botschaft in ihre eigene Sprache zu übertragen. Aruna zuckte verlegen mit den Schultern. Damit hätte er eigentlich rechnen müssen. Also waren sie noch immer nicht weiter gekommen. Doch nach einer Weile verstummten die Stimmen und sie hörten etwas, das ihre Herzen noch schneller schlagen ließ. Es war wie die Verheißung der Goldenen Immerwelt, ein Vorgeschmack auf ihre Farben, ihre Bilder und ihre Geräusche. Dort gab es Vögel, die noch schöner sangen als der scharlachfarbene Katuba. Wasser rauschte, sprudelte, plätscherte. Man stelle sich vor! Wasser in rauen Mengen! Sauberes Wasser war in den letzten Jahrzehnten durch Klimaveränderungen und industrielle Verunreinigung immer knapper geworden.
Die langwierige Arbeit, das Rätseln und Rechnen hatte sich am Ende doch gelohnt. Die bange Erwartung, die Angst, dass die Scheibe kein großes Geheimnis bergen würde, all das fiel wie schwere Lasten von ihren Schultern. Aruna und Laor lagen sich in den Armen und weinten.

Es war eine Sensation. Die Nachricht von der Entschlüsselung der Scheibe hatte eine Euphorie ausgelöst, die kaum mit Worten zu beschreiben war. Es waren einige Jahre ins Land gegangen, seit Aruna und Laor zum ersten Mal gelungen war, die Scheibe abzuhören. Die Wissenschaftler hatten lange Zeit unter strengster Geheimhaltung fieberhaft daran gearbeitet, die Botschaft zu entschlüsseln und zu übersetzen. Man hatte Angst, dass es zu Unruhen in der Bevölkerung käme, wenn die Nachricht nach außen dränge, bevor es gelungen war, die Botschaft zu entschlüsseln. Schließlich war es aber so weit. In den Städten versammelten sich Hunderttausende auf den Plätzen, um die Übertragung der Botschaft auf Großleinwänden mitverfolgen zu können.

In fünfundfünfzig verschiedenen Zungen grüßten die Götter ihre Geschöpfe und überbrachten ihnen die Geräusche der Immerwelt. Als aber schließlich die göttliche Musik ertönte, hielt der gesamte Planet den Atem an. Viele ließen sich auf die Knie fallen und erhoben die Hände zum Himmel. Diese Musik war das Schönste, was ihre Ohren je vernommen hatten und sie wussten, dass die Götter ihnen vergeben hatten. Durch die Entdeckung der Magister Aruna und Laor hatte die Immerwelt einen Namen erhalten, den Namen, den die Götter ihr gegeben hatten: "Erde". Aber nicht nur einen Namen hatte die Heimat der Götter bekommen. Die größte Sensation war, dass die goldene Scheibe nicht nur das Versprechen der Heimkehr zu den Göttern enthielt, sie enthielt auch eine genaue Beschreibung, wo "Erde" zu finden war.

Niemand hätte die Gefühle beschreiben konnten, die die Zuhörer bewegten. Freude, Ehrfurcht, Liebe ließen sie singen, tanzen, lachen. Fremde lagen sich in den Armen und weinten vor Glück, so wie Aruna und Laor, als sie vor Jahren zum ersten Mal die Botschaft hörten.

Noch war die Wissenschaft nicht so weit, aber in nicht allzu ferner Zukunft würde man Schiffe bauen können, die sie nach Erde tragen würden. Darauf ruhte nun alle Hoffnung. Man würde alle Probleme zurücklassen, Krankheit, Leid, Hunger, Krieg und Not hätten ein Ende, denn die Götter hatten ihnen den Weg gezeigt.
12.6.06 22:48


Fußball! Fußball!!

Hallöchen!

Tja, nun ist sie da, die WM und man kann sich ihr kaum entziehen. Ich bin froh, dass endlich Wochenende ist und freue mich so langsam auch echt auf die Sommerferien.

Daher habe ich mir gerade einen köstlichen "Frohes Wochenende"-Cocktail gemischt...leckeres Zitronen-Sorbet (natürlich aus dem Lidl) und köstlicher Sekt (extra trocken bitte). Das Ganze gibt es im Girlie-Schick mit einem pinkfarbenen Strohhalm und einer Erdbeere als Deko. Okay, ich gebe zu, da kommt jetzt nicht so das Fußball-Feeling auf, aber schmeckt wesentlich besser als Bier und Erdnüsse. Und spätestens nach dem dritten Glas, macht es auch keinen Unterschied mehr.

In diesem Sinne... *gröl*

Olé olé olé oléeeeeeeeeeeeee!
9.6.06 17:35


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