* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt



* Themen
     Rezepte
     Tests
     Drabble
     Kurzgeschichten
     Märchen
     Gedichte
     Doros Weblog
     Sonstige kurze Texte

* Links
     Die Frau hinter der Tür!!
     Meine Homepage
     Kurzgeschichten-Welt
     Der Kurzgeschichten-Planet
     Der Märchenonkel
     Drei Fragezeichen


LINKS

Meine Homepage

Der Märchenonkel

Der Kurzgeschichten-Planet

Die Kurzgeschichten-Welt

Drei Fragezeichen







Stillgelegt

Huhu!

So...ich bin für zwei Tage stillgelegt. Mein Mann liegt seit Sonntag mit Erkältung flach und ich habe mich natürlich prompt angesteckt. Allerdings habe ich bisher "nur" eine fiese Halsentzündung und Kopfschmerzen.

So muss ich mal eine zweitägige Auszeit von der Schule nehmen und hoffe, dass die Erkältung dann gar nicht erst voll ausbricht. Wenigstens komme ich jetzt mal wieder dazu, einen Eintrag im Blog zu machen.

Was gibt es Neues hier? Ich habe das erste Mal als Teil der Prüfungskommission an Abiturprüfungen teilgenommen. Ich musste zum Glück "nur" Protokoll führen, also keine intelligenten Fragen stellen oder so etwas.

Wie es für die Berufskollegs in Sachen "Zentralabitur" aussieht, wissen wir noch gar nicht so recht. Wir fangen ja später an, als die "normalen" Gymnasien. Ich weiß auch noch nicht so recht, ob ich für oder gegen ein Zentralabitur sein soll. Sicher, es beschneidet einen natürlich stark in der Freiheit, die Unterrichtsinhalte selbst zu gestalten. Es wird alles wieder auf einen "Kanon" hinauslaufen in Deutsch und Englisch. Andererseits habe ich das Zentralabi in MeckPomm als große Erleichterung empfunden. Keine doofen Abi-Vorschläge einreichen und man hat auch etwas, woran man sich orientieren kann. Von Vergleichbarkeit der Abschlüsse kann aber vermutlich trotzdem nciht die Rede sein. Es wird sich zeigen, ob das Zentralabi sich durchsetzt oder nicht und ob es Erleichterung oder Erschwernis sein wird.

Viel erschreckender finde ich die neueste Idee, das Staatsexamen für Gymnasiallehrer einfach durch ein BA oder MA Studium zu ersetzen. Sicher, ich plädiere schon lange dafür, dass die Lehrerausbildung in Deutschland verkürzt wird, aber einfach so einen Spar-Studiengang? Was bitte - außer Kosten zu sparen - soll das denn bringen? Das Studium müsste nämlich nicht nur kürzer sondern auch wesentlich praxisnäher werden. Studienbegleitende Blockpraktika zum Beispiel...drei Monate Uni, drei Monate Schule oder so. Dann könnte man gut und gerne die Hälfte der fachlichen Inhalte streichen. Was zum Beispiel fange ich mit Middle English oder Mittelhochdeutsch an? Dahingegen habe ich in der Uni nie einen Kurs gehabt, wie ich die deutsche Grammatik beibringen soll. Ich selber fand Middle English und Mittelhochdeutsch hochinteressant und habe es sehr gerne gemacht, aber das ist wohl kaum der Punkt. Man hätte es gut und gerne auf eine Einführungsveranstaltung: Geschichte und Entwicklung der deutschen (bzw. englischen) Sprache zusammenstreichen können. Da werden einem dann schon einige Zusammenhänge deutlicher, aber alles Weitere? Man wird zum Fachidioten ausgebildet und kommt dann nach sieben Jahren Uni an eine Schule und denkt: "Hilfe!! Da sitzen ja Kinder!!!" (Ich glaube, so hat es auch mal Volker Pispers ausgedrückt).

Aber Sinn und gesunder Menschenverstand haben im deutschen Bildungssystem schon lange nichts mehr verloren. Es geht um Außernwirkung und Prestige (Stichwort: Schulen ans Netz, Elite-Unis, Ganztagsschule - ohne wirkliches Ganztagskonzept...) und darum, möglichst wenig für die Bildung auszugeben. Na ja...was dabei rauskommt, sehen wir ja. PISA lässt grüßen.

Und im pädagogischen Übereifer schaffen wir den "Schutzraum" Schule, in dem die Schüler dann jahrelang in Watte gepackt und mit Samthandschuhen angefasst werden und dann schubsen wir sie raus in die harte Realität unser immer gnadenloser werdenden "sozialen" (?) Marktwirtschaft und wundern uns, wenn sie dort kläglich untergehen. Aber in der Schule die Zügel anziehen und tatsächlich Leistung verlangen? Schon frühzeitig Druck ausüben, um deutlich zu machen, wie ernst man seine Schulbildung nehmen muss? Neeeeeeeeeein. Das können wir den armen Kindern doch nicht antun. Lieber lassen wir sie das, wenn es schon fast zu spät ist, selber schmerzlich erfahren.

Ich glaube, dass der eine oder andere sicherlich Schwierigkeiten hat, sich mit einem eher mittelmäßigen Zeugnis mit horrender Fehlstundenzahl (inklusive etlicher unentschuldigter wegen "Verschlafens" oder Zuspätkommens) irgendwo erfolgreich zu bewerben.

Aber solange Schulbildung hier nicht ernst genommen wird, ist es kein Wunder, dass viele darin eine bloße "Spaßveranstaltung" sehen und alles andere wichtiger nehmen.

Was reg ich mich auf...es wird sich vermutlich doch nichts ändern, dazu fehlt das liebe Geld und der gesunde Menschenverstand bei den Entscheidungsträgern. Vielleicht sollte ich einfach öfter mal vor dem Unterricht ordentlich einen durchziehen. Das entspannt sicherlich ungemein und meine Schüler tun's schließlich auch.
17.5.06 12:24





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung